Konflikt

Vor 1960 bis zur Unabhängigkeit

Die Insel Zypern war zwischen 1571 und 1878 in osmanischem Besitz. Die Türken gaben einst den griechisch-orthodoxen Bewohnern nach der Herrschaft der Venezianer die Möglichkeit zurück, ihren Glauben auszuüben. Erst als das Osmanische Reich mehr und mehr von Russlands Interessen am Bosporus bedroht wurde, endete die Osmanenzeit mit der Verpachtung an die Briten. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts keimte in der inselgriechischen Bevölkerung der Wunsch, Zypern an Athen anzuschließen. Diese Union nennt man Enosis. Eine Terrororganisation namens EOKA versuchte den Anschluss zu erwirken. Erzbischof Makarios III., politisches und geistliches Oberhaupt der Inselgriechen wurde von den Briten verbannt. Erst 1960 wurde die Insel unabhängig. G riechen und Türken wurden Partner mit gleichen Rechten. Makarios wurde erster Präsident, Dr. Fazil Kücük Vize mit Vetorechten.

Das Ende der Republik 1963

Makarios wollte den unabhängigen Staat Zypern aber weiterhin an Griechenland anschließen. Enosis war das große Nationalziel der Inselgriechen. In einem geheimen Plan (Akritas-Plan) wurde der Weg zur Union beschrieben. Verfassungsänderungen 1963 sollten die Türken der meisten ihrer Rechte als gleichberechtigte Partner berauben. Es kam zu militärischen Übergriffen auf die türkische Volksgruppe. Das gemeinsame Staatswesen zerbrach. Dennoch gelang es Makarios den Eindruck zu erwecken als "Staatspräsident Zyperns" weiterzuregieren. Die Türken lebten in Enklaven und Ghettos, wo sie eine eigene Verwaltung errichteten.

Putsch und Intervention 1974, TRNC 1983

Im Juli 1974 putschte die griechische Junta gegen Makarios und setzte einen enosis-treuen Radikalen ein. Das türkische Militär nahm daraufhin, das seit 1960 verbriefte Recht zur Intervention wahr. Die Insel wurde nun nach zehn Jahren politischer Teilung auch geographisch zweigeteilt. Verhandlungen zwischen den jeweiligen politischen Führungskräften zur Überwindung der Teilung scheiterten. Die Regierung Griechischzyperns beharrt auf der Anerkennung als einzig legitime Regierung Gesamtzyperns. Dies lehnen die Türken als gleichberechtigte Partner ab. Sie proklamierten am 15.11.1983 die Türkische Republik Nordzypern. Das Land wurde international bis heute außer von der Türkei nicht anerkannt. Im Jahr 2004 bemühte sich UNO-Generalsekretär Kofi Annan um eine Annäherung der beiden zypriotischen Staaten. Er legte den Präsidenten Papadopoulos und Denktas seinen so genannten Annan-Friedensplan zur Unterzeichnung vor. Es kam jedoch zu keiner Einigung, sodass der Plan in getrennten Abstimmungen den Volksgruppen vorgelegt wurde. Während 65 Prozent der Türken Zyperns das Vertragswerk billigten, lehnten mehr als 75 Prozent der Griechen im Süden den Plan ab und beharrten stattdessen weiter auf den Alleinvertretungsanspruch.